Woher kommt die Wohnungsnot und wie können wir dagegen kämpfen?
Broschüre von Zusammen e.V. zur Wohnungsnot
Seit 2010 sind wir mit der Wohnungsnot unserer Mitglieder konfrontiert. Mieterhöhungen, Zwangsräumungen, zu kleine und zu teure Wohnungen, zu hohe Mieten, die aus dem Hartz-Regelsatz gezahlt werden müssen, Baumängel, Schimmel, und so weiter und so weiter.
Nach zwei Jahren verschiedenster Aktivitäten - Kundgebungen vor Wohnungsamt und Römer, Beteiligung an verschiedenen Bündnisaktionen und Unterstützung einer Mieterinitiative – wollten wir der Frage, woher die Wohnungsnot eigentlich kommt und welche Besitzverhältnisse ihr zu Grunde liegen, nachgehen. Dazu haben wir eine Broschüre geschrieben, die zur Aufklärung dienen soll.
Uns ist bewusst, dass die Ursache für die Wohnungsnot im kapitalistischen System selbst liegt. Der Privatbesitz an Produktionsmitteln (Fabriken, Rohstoffe, Maschinen, etc.) ist der Ausgangspunkt. Denn, wie Friedrich Engels es bereits 1895 sagte: „Eine Gesellschaft, in der die große arbeitende Masse auf Arbeitslohn, also auf die zu ihrer Existenz und Fortpflanzung notwendige Summe von Lebensmitteln, ausschließlich angewiesen ist; kann nicht ohne Wohnungsnot bestehen. (…) In einer solchen Gesellschaft ist die Wohnungsnot kein Zufall, sie ist eine notwendige Institution, sie kann mitsamt ihren Rückwirkungen auf die Gesundheit usw. nur beseitigt werden, wenn die ganze Gesellschaftsordnung, der sie entspringt, von Grund aus umgewälzt wird.” (Friedrich Engels, Zur Wohnungsfrage)

Aufruf zur Demonstration für Gerechtigkeit und Aufklärung für Christy Schwundeck am 18. Mai - 16:00 - Willy-Brandt-Platz
Lehrstück Maredo: Wem die Betriebe gehören, der hat das Recht
Kein Hartz IV mehr für EU-Bürger?
Der konsequente Streik der Sicherheitskräfte an den Flughäfen in Hamburg und NRW hat deutliche Lohnsteigerungen gebracht.
Über die Beratungsstelle Migrar* in Frankfurt, die vor allem Arbeitern ohne Papiere weiterhilft, haben wir von der Situation des bulgarischen Arbeiters Biser Rusev erfahren. Er war bei uns im Verein und wir haben versucht mitzuhelfen. Was ist passiert? Biser Rusev wurde mit „Hilfsarbeiten im Bereich Bau“ auf dem Gelände der Infraserv GmbH (Industriepark Höchst) beauftragt. Er wurde am 28. Januar an einem Ziegelbrennofen eingesetzt. Während seiner Schicht rutschte er von der Leiter. Nach einer längeren Odyssee landete er in der Notaufnahme. Dort wurden ein Harnröhrenabriss und weitere Verletzungen diagnostiziert. Eine Notbehandlung wurde vorgenommen und eine Operation spätestens in 4-6 Wochen empfohlen. Biser ist bis heute nicht operiert worden!
Schnüffel-Fragebogen der Agentur für Arbeit bei Bewerbungsgesprächen
Das Spiel geht so: „Unsere Industrie ist so stark und groß - wir wollen unsere Waren überall hinliefern. Alle sollen sie kaufen und die Konkurrenz schalten wir aus. Damit alle unsere Waren kaufen können, müssen sie sich verschulden - natürlich bei unseren Banken. Wenn die Kredite nicht mehr zurückgezahlt werden können, diktieren wir Sparmaßnahmen, Lohnsenkungen und Privatisierungen. Das nennen wir dann Rettungspaket und verbreiten Lügen, wie faul die Schuldner sind. Wenn die Wirtschaft der anderen dann kaputt geht und die Arbeitslosigkeit steigt und immer mehr gezwungen sind, woanders Arbeit zu finden, machen wir dicht. Wir kürzen die Sozialleistungen und erschweren den Aufenthalt. Dann sind sie noch mehr gezwungen, jede Arbeit zu jedem Lohn zu machen. Wir können erneut die Löhne senken. Das ist ein schönes Spiel, weil die anderen, also die, die arbeiten müssen, egal aus welchem Land sie sind, die Rechnung bezahlen müssen und unsere Profite immer weiter steigen.“